Sukkot, das jüdische Laubhüttenfest, erinnert an die Zerbrechlichkeit menschlicher Behausung und die Suche nach Schutz in einer unsicheren Welt. Die Sukka als provisorischer, offener und durchlässiger Bau steht symbolisch für einen paradoxen Zustand: für einen Schutz, der nie absolut ist, sondern immer temporär und prekär bleibt. Gerade in dieser temporären Natur wird ein zentraler Gedanke von Sukkot sichtbar: das Bewusstsein, dass menschliches Leben und all unsere Errungenschaften fragil sind und in einem größeren Kontext existieren. In einer Zeit globaler Krisen, gekennzeichnet durch Krieg, Flucht, Vertreibung, und Klimakatastrophe, erhalten die jahrtausendealte Symbolik und die Tradition von Sukkot eine neue aktuelle Dringlichkeit. Sie verweisen auf gesellschaftliche Realitäten wie erzwungene Migration, das Leben marginalisierter Gruppen in urbanen Räumen oder den fragilen Rückzugsort des Privaten inmitten gesellschaftspolitischer Spannungen.
Die Ausstellung „Zwischen Schutz und Fragilität“ greift diese zentralen Themen und Motive von Sukkot auf und präsentiert aktuelle Arbeiten von unterschiedlichen Dagesh-Künstler*innen. In ihren Werken setzen sich die Künstler*innen aus einer zeitgenössischen, mehrdimensionalen Perspektive mit Themen wie Migration, Grenzziehung, Materialität, Erinnerung und dem prekären Gleichgewicht von Sicherheit und Freiheit auseinander. Sie stellen dabei die Frage, was es heute bedeutet, Schutz zu suchen – physisch, psychologisch, spirituell.
Die Gestaltung des Ausstellungsraums, die sich zwischen der Offenheit der Sukka und der Geschlossenheit eines Chemnitz Open Space bewegt, verweist dabei auf das Spannungsverhältnis zwischen Schutz und Fragilität.
Die Ausstellung läuft vom 06.10.25 bis zum 10.10.25.

